von Martin Gundinger.

Das moderne Pensionssystem in Österreich wurde mit dem ASVG im Jahr 1956 eingeführt. Damals wurde im §253 festgeschrieben, dass das gesetzliche Pensionsantrittsalter für Männer 65 Jahre, für Frauen 60 Jahre ist. Heute – im Jahr 2014, also fast 60 Jahre später – hat sich diesbezüglich nichts geändert. Noch immer beträgt das gesetzliche Pensionsantrittsalter 65 respektive 60 Jahre. Ganz stimmt das zwar nicht – immerhin gibt es nun die Einschleifregelung, mit welcher das Pensionsantrittsalter der Frauen ab 2024(!) stufenweise an das der Männer herangeführt werden soll. Dennoch ist es eine Tatsache, dass seitens des Gesetzgebers kaum etwas unternommen wurde, um das Pensionssystem an tiefgreifende Veränderungen anzupassen.

Probleme aus demografischer Sicht

Das von den Regierungsparteien herausgegebene Ziel, man wolle das faktische an das gesetzliche Pensionsantrittsalter heranführen, ist vor diesem Hintergrund nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Zwar sank das faktische Pensionsantrittsalter seit 1970 – von 61,9 Jahren auf 59,4 Jahren bei Männern sowie von 60,4 Jahren auf 57,4 Jahren bei Frauen. Im gleichen Zeitraum stieg allerdings die Lebenserwartung stark an: Bei Männern um fast 12 Jahre (von 66,5 auf 78,3 Jahre), bei Frauen um 10 Jahre (von 73,4 auf 83,3 Jahre).

 

Lebenserwartung MännerLebenserwartung FrauenPensionsantritt MännerPensionsantritt Frauen

1970

66,46

73,38

61,9

60,4

1975

67,66

74,70

61,8

60,1

1980

69,01

76,08

59,2

58,3

1985

70,35

77,33

58,3

57,9

1990

72,24

78,89

58,3

57,5

1995

73,30